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Stress, seine Geschichte und das Potenzial

Stress ist schlecht, das hört man immer wieder. Klar, wenn eine Sache mit Burn-Out und negativen Gefühlen verbunden ist, wird´s schwer ein gutes Image aufzubauen. Doch als Life-Hacker habe ich eine ganz andere Sicht auf die Welt. Was Stress ist und wie wir ihn nutzen können, erfährst du in meinem Blog-Beitrag.




Eine Reise in die Vergangenheit

Um zu verstehen, wie wir Stress nutzen können, müssen wir verstehen, woher er kommt, wie er funktioniert und was er eigentlich bewirkt.


Einfach gesagt ist Stress ein angeborener Urinstinkt. Bereits der Urmensch hatte Stress und sicherte sich so sein Überleben. Es war und ist immer ein Teil von uns, tief in uns einprogrammiert. Ihn los zu bekommen, ist vergebene Lebensmühe. Ihn zu hacken jedoch nicht.

Damals wie heute sorgen Situationen der Gefahr für erhöhten Blutdruck, Energie und Fokus. Nur haben sich die Umstände geändert. Früher war es ein Raubtier, dass uns im wahrsten Sinne des Wortes zum "Rasen" brachte. Alle Körperfunktionen sind auf Anspannung und bereit höchste Leistungen zu erbringen... Kampf oder Flucht. Nach der sportlichen Einlage konnte der Urmensch wieder entspannen und war dankbar, überlebt zu haben. Eine Regeneration der körperlichen Leistungsfähigkeit konnte erfolgen. Heutzutage ist es nicht anders, nur heißt das vermeintliche Raubtier: Kollege, Kunde oder Chef. Die Angst davor eine Deadline, Erwartungen sowie Ansprüche nicht zu erfüllen, lassen uns in Alarmbereitschaft und ständiger Anspannung verweilen.

Allerdings sind die meisten Gefahren heute nicht mehr lebensbedrohlich. Somit ist Stress eine Überreaktion des Körpers.


Wir hetzen von einem Termin zum nächsten. Müssen Dinge perfekt machen oder opfern uns gar für andere auf. Der Stress-Teufelskreis entsteht: Ausgiebiger Schlafen? Keine Zeit! Genussvolles und gesundes Essen? Die TK-Pizza tut es auch! Hobby, Freunde und Freizeit? Aber ich muss doch fertig werden, also nein! Solche und noch viel mehr höre ich immer wieder.


Eine schöne Metapher dazu ist: Jemand sägt und sägt an einem Baum und merken nicht, dass sein Werkzeug stumpf ist. Auf die Frage warum er nicht mal 5 min Pause macht, um das Blatt zu schärfen, gibt es die gehetzte Antwort: "Dafür habe ich jetzt keine Zeit".


Doch was tun?


Wissen um die Macht von positivem Stress

Fakt ist, dass Stress unsere Leistungsfähigkeit steigert. Hier mal einige Punkte, was Stress alles bewirkt:

  1. Bessere Sauerstoffversorgung durch erhöhtes Atemvolumen

  2. Bessere Energieversorgung durch erhöhten Blutdruck und gesteigerter Herzfrequenz

  3. Bessere Fett- (Lipolyse) und Zuckerverbrennung (Glukoneogenese) und damit Versorgung der Muskulatur und des Gehirns

  4. Freisetzung der Energiereserven

  5. Erhöhte Wachheit und Fokus

  6. Gesteigerte Aufmerksamkeit

  7. und mehr Motivation

Klingt erstmal ganz gut. Doch um bestmöglich davon zu profitieren, solltest du herausfinden, was für ein Stresstyp du bist. Positiver Stress hilft dir deine Aufgaben optimal zu erfüllen. Es macht Spaß, liefert Energie und lässt dich in einen Flow-Zustand gelangen. Dies bezeichnen wir nicht mehr als Stress. Ein Zustand der Zufriedenheit macht sich breit.


Negativer Stress hingegen lässt dich mehr

und mehr geistig und körperlich ausbrennen.

Neben Energielosigkeit und Schlafproblemen können Depressionen und Burn-Out die Folge sein. Für viele ist der negative Stress durch ständige Erreichbarkeit und vollem Terminkalender ein Dauerzustand.




Ob positiv oder negativ, in beiden Fällen ist dein Körper gefordert. Hier ist wichtig Auszeiten zu schaffen. Ruheoasen, Energieanker oder ein einfaches Feierabendbier können dabei helfen. Finde heraus, was dir gut tut und nehme dir die Zeit, weil du bist es dir "Selbstwert".


Was tun bei Stress?

Finde heraus, welcher Stresstyp du bist. Jeder Mensch hat eine andere Persönlichkeit und wird daher auch von unterschiedlichen Situationen getriggert. Liebst du z.B. Ordnung und Sauberkeit, dann wird dich wahrscheinlich das gelebte Chaos deines Partners oder Kollegen stressen. Andere hingegen legen großen Wert auf Harmonie und ein Streit lässt dein Puls wieder hoch schnellen.

Mach dir klar, was genau dich stresst und warum. Hierbei sind folgende erste Schritte wichtig:

  1. Mach dir klar, welche Werte du hast. Gegensätzliches raubt dir meist die Energie.

  2. Notiere dir, was dich stresst und schaue worauf du aktiv Einfluss nehmen kannst und worauf nicht.

  3. Versuche deine Wahrnehmung zu schärfen und interpretiere die Situation um.

Beispiel:

Stell dir vor, du bist auf einer Familienfeier und die Gespräche gehen wieder in eine Richtung die dir Bauchschmerzen bereiten.

Opa sagt: "Früher war alles besser!"

Anderen beschweren sich über Politik, den Nachbarn oder den Chef.

1. Du legst besonderen Wert auf Harmonie, leider triggert die Situation Wut und Entfremdung. Dabei hast du dich so auf die geselligen Stunden gefreut. Das Gerede nervt und stresst nur noch.

2. Nachdem dir eigentlich bewusst geworden ist, was der Auslöser (Entfremdung) ist und was du eigentlich wünschst (Harmonie), kannst du überlegen, worauf du einen Einfluss hast.

Das "Früher war alles besser" Gerede? Die Politik, der Chef oder die Beziehung zu deiner Familie?

Wenn du die Antwort kennst, dann akzeptiere, was du nicht ändern kannst und verschwende keine Energie in solche Themen und setze den Fokus lieber auf deinen Einflussbereich.

3. Hast du deinen Einflussbereich gefunden, dann beginne zu handeln. Sehe vielleicht die Situation als Chance den anderen besser kennenzulernen, was bewegt ihn persönlich wirklich oder versuch es als Trainingseinheit zu sehen: Wie gehe ich mit solchen Situationen um. Erwecke das innere Kind in dir, sei neugierig, teste dich aus und habe Spaß dabei.


Mein persönlicher Tipp für Prüfungsangst: Sehe die Situation als Chance, dich zu beweisen und freu dich darauf. Das gibt Energie und bringt dich leichter in den Flow-Zustand


Fazit:

Stress oder Flow ist im Grunde fast das gleiche. Jedoch geht es beim Flow Hand in Hand mit deinen Werten, bist in deinem Einflussbereich und kannst hier am besten performen. Baue regelmäßig Ruhephasen ein, um dich zu regenerieren. Fange an dich selbst und dein Verhalten zu hinterfragen. Nutze die Kraft, um dein Leben voller mentaler Gesundheit und Kraft zu gestalten. Du entscheidest, welchen und wie viel Stress du haben möchtest!



Mein nächster Blog-Beitrag wird sich mit dem Thema "Wie integriere ich eine positive Veränderung in meinem stressigen Alltag".




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