Schritt 2 gegen Stress - positive Veränderung
- Raik Schmidtchen

- 6. Dez. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Super, du hast gelernt herauszufinden, auf welchen Stress du Einfluss hast. Durch regelmäßiges Reflektieren wird dir es immer leichter fallen zu akzeptieren und nicht unnötig Energie zu verbrennen in Themen, die außerhalb deines Einflussbereiches liegen. Denn dieser Stress ist unproduktiv und bringt dich nicht voran.
Jetzt legen wir den Fokus auf die Dinge, die du wirklich verändern kannst. Dein erstes Augenmerk sollte dabei auf alles gerichtet sein, was du direkt beeinflussen kannst. Hier wirst du schnell Ergebnisse erzielen und eine positive Veränderung verspüren. Die investierte Energie ist hier nicht verschwendet und ein wenig positiver Stress kann vielleicht sogar hilfreich sein.

Veränderung im direkten Einflussbereich
Wie der Name schon sagt, liegt es allein in deiner Verantwortung hier eine Veränderung herbeizuführen.
Nehmen wir das Beispiel: "Ich habe einfach keine Zeit für mich selbst!"
1. Formuliere dein Ziel, was du eigentlich möchtest und das so genau wie möglich.
Bsp.: Ich möchte mir mindestens 2-Mal in der Woche die Zeit nehmen 1 Stunde in den Wald zu gehen.

2. Überlege Lösungsmöglichkeiten: Lerne Grenzen zu ziehen, "Nein" zu sagen oder dir Termine in deinem Kalender dafür zu reservieren.
Wie schnell passiert es, dass der Kollege oder ein Freund nach Hilfe fragen und deine Zeit für dich ist weg. Es ist leichter gesagt als getan, darum beginne mit kleinen Veränderungen und formuliere deine Ziele positiv.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wir machen das, was wir schon immer gemacht haben. Ein tolle Lösung wird daran nichts ändern, wenn du diese nicht regelmäßig zur Routine werden lässt.
Die Verantwortung liegt allein bei dir, falls du Unterstützung benötigst, helfe ich dir gerne.

Veränderung im indirekten Einflussbereich
Oftmals sehen wir unsere Stressoren im Außen, der herablassende Chef, der unordentliche Partner oder die negativen Nachrichten im Radio. Jetzt wirst du bestimmt sagen, "aber die Nachrichten kann ich doch nicht beeinflussen?" Richtig, gut aufgepasst! Diese gehören hier nicht hin! Meist liegt das gesagte weit außerhalb unserem Einfluss und du kannst entweder entscheiden: 1. möchte ich es konsumieren, weil es mich interessiert oder 2. schalte ich es ab und tue mir den stress nicht an. Hinweis: Negative Nachrichten wirken auch unbewusst auf unsere Stimmung.
1. Möglichkeit: Die Arbeit mit der Persönlichkeit
Doch zurück zum Thema. Möchtest du etwas im Außen ändern wird das alles etwas komplizierter, hier mein erster Tipp: "Behandle andere Menschen nicht so wie du selbst behandelt werden möchtest, sondern wie sie selbst behandelt werden möchten."
Jeder Mensch hat eine gewisse Persönlichkeitsausrichtung. Meine Empfehlung ist da das DISG Modell. Hierbei wird die Persönlichkeit in Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft unterteilt und abhängig vom Typ musst du lernen deine Wünsche anders anzubringen.
Finde heraus was deinem Gegenüber besonders wichtig ist und richte dann deine Strategie darauf aus. Hast du z.B. einen sehr gewissenhaften Kollegen spielen für ihn Daten, Zahlen Fakten eine wichtige Rolle, hingegen ein stetiger sehr viel Wert auf die Beziehung legt. Probiere dich aus, versuche unterschiedliche herangehensweisen und sehe es als Trainingseinheit.
Weitere Informationsmöglichkeiten findest du hier.
2.Möglichkeit: Ändere deine Kommunikation
Passend zur Möglichkeit 1 ist die richtige Kommunikation das A und O. Als besonders effektiv hat sich dabei die GFK Gewaltfreie Kommunikation herausgestellt. Mit den 4 Schritten bringst du deine Veränderungswünsche an, ohne dabei Schuldgefühle auszulösen, weil du ganz bei dir bist.
1.Situation erklären. Zeige auf was du wahrgenommen hast und versuche dabei keine persönliche Bewertung einzubringen.
Beispiel: Du hast mich angeschrien.
Besser: Deine Stimme wurde sehr laut.
2. Eigene Emotionen und Gefühle aufzeigen
Beispiel: Du bist so gemein zu mir.
Besser: Es fühlte sich für mich aggressiv an.
3. Wünsche und Bedürfnisse aufzeigen
Beispiel: Du respektierst mich nicht!
Besser: Ich wünsche mir einen ordentlichen Umgang miteinander.
4. Veränderungswunsch anbringen:
Beispiel: Du musst endlich lernen, dass du hier nicht alleine im Raum bist.
Besser: Ich wünsche mir, dass wir das in einer normalen Lautstärke klären.
So oder so ähnlich kann ein ganz normaler Streit aussehen. Wenn du es schaffst, immer bei dir zu bleiben, werden sich einige unerwartete Türen öffnen. Durch das "Du" wird die Schuld immer auf den anderen übertragen, was das Gespräch schnell zum Erliegen bringt.
Bei Amazon gibt es dazu viele schöne Bücher.
Fazit
Es gibt vieles was du direkt oder indirekt beeinflussen kannst. Überlege dir, wo für dich der größte Hebel ist. Veränderung im Selbst bedürfen einiger Routinen aber du allein hast es in der Hand. Beginne hier mit kleinen Veränderungen. Wenn du Veränderung bezogen auf andere erreichen möchtest, solltest du lernen wie dein Gegenüber tickt und eine entsprechende Strategie finden. Ein Erfolg ist nicht immer garantiert, darum überlege dir wie viel Energie du in einem stressigen Job oder einen Partner der dich permanent verletzt investieren möchtest. Nicht alle Menschen sind für Veränderungen offen, aber du kannst entscheiden, wie du damit umgehst.
Ausblick 3. Schritt - deine persönlichen Werte
In meinem nächsten Blog möchte ich darauf eingehen, warum du eigentlich gestresst wirst. Wie der negative und der positive Stress entsteht und worauf du in deinem Leben dabei achten solltest.





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