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Vom Verlust zur Resilienz

Mich hat wieder ein Themenwunsch aus der Community erreicht. Diesen gehe ich jetzt gerne nach und freue mich darauf euch allen einen Mehrwert dafür zu bieten.


Das Thema:

Dein Leben kann sich von einem Moment auf den anderen komplett ändern, wenn du einen Verlust erleidest. Egal ob der Tod eines geliebten Menschen, der Auszug deiner Kinder oder der Wegzug von Freunden - all diese Situationen können Schmerz und Trauer verursachen. Aber wie kannst du damit umgehen? Wie kannst du lernen, trotz der Herausforderungen resilient zu bleiben?


In meinem Blog werde ich dir heute wertvolle Tipps und Ratschläge geben, wie du mit Verlust und Trauer umgehen und deine Resilienz stärken kannst. Ich werde aufzeigen, welche Strategien dir helfen können, um wieder in ein erfülltes Leben zurückzufinden und wie du dich selbst und deine Emotionen besser verstehen und akzeptieren kannst.


Gemeinsam werden wir lernen, wie du deine Selbstfürsorge verbessern und deine Gedanken positiv beeinflussen kannst. Auch die Bedeutung von sozialer Unterstützung und Achtsamkeit werden wir genauer betrachten und du wirst konkrete Tipps bekommen, wie du diese Faktoren in deinem Alltag integrieren kannst.

Ich lade dich herzlich dazu ein, dich auf eine Reise der Selbstreflexion und des Wachstums zu begeben. Gemeinsam werden wir lernen, wie du Verlust und Trauer in deinem Leben begegnen und deine Resilienz stärken kannst, um gestärkt aus schwierigen Zeiten hervorzugehen.


Die Illusion der Unsterblichkeit

Die meisten Menschen leben in dem Gefühl der Unsterblichkeit. Wir schieben Dinge auf und denken, dass wir noch genug Zeit haben, um sie zu erledigen. Das Prinzip der Gewohnheit ist nur eines von vielen Beispielen, das wir im Alltag leben. In unserer eigenen Welt fühlen wir uns sicher und haben Kontrolle über unser Leben. Leider ist diese Unsterblichkeit eine Illusion, die sehr schnell zerbricht, wenn ein Teil aus unserem gewohnten Umfeld herausgerissen wird. Die Folge ist oft, dass wir uns einsam, verlassen und leer fühlen. Menschen, die immer da waren, sind plötzlich an einem anderen Ort. Vielleicht kommen sogar Schuldgefühle hinzu, weil wir nicht genug Zeit mit ihnen verbracht oder uns nicht genug auf den Abschied vorbereitet haben.





Akzeptanz als erster Schritt zu mehr Resilienz: Tipps und Strategien

Im Buddhismus ist die erste edle Wahrheit, dass Schmerz und Leid zum Leben dazugehören. Nur wenn wir diese anerkennen, können wir besser Veränderungen gegenüber treten und unsere inneren Dämonen besiegen. Akzeptanz bedeutet nicht aufzugeben oder zu resignieren, sondern vielmehr die Realität anzuerkennen und sich ihr zu stellen. Von dort aus können wir Wege finden, um uns den Herausforderungen zu stellen und unsere Resilienz zu stärken.


Manchmal ist es schwierig, Akzeptanz zu finden, und für jeden kann es ein anderer Prozess sein. Hier sind einige Tipps und Strategien, die Ihnen dabei helfen können:

  • Geben Sie sich Zeit: Es braucht Zeit, um einen Verlust oder eine schwierige Veränderung zu akzeptieren. Sei geduldig mit dir selbst und gehen den Prozess in deinem eigenem Tempo durch.

  • Sprechen Sie darüber: Rede mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten über deine Gefühle. Manchmal kann es hilfreich sein, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten oder sie einfach nur auszusprechen.

  • Schreiben Sie Ihre Gedanken auf: Wenn du Schwierigkeiten hast, deine Gefühle auszudrücken, versuche es mit Schreiben. Das Aufschreiben deiner Gedanken kann dir helfen, deine Emotionen zu sortieren und Klarheit zu finden.

  • Bleiben Sie im Hier und Jetzt: Versuche, im Moment zu bleiben und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft zu verharren. Konzentriere dich auf die Gegenwart und auf die Schritte, die du unternehmen kannst, um voranzukommen.

  • Praktizieren Sie Achtsamkeit: Die Praxis der Achtsamkeit kann dir helfen, deine Emotionen und Gedanken zu beobachten, ohne in sie hineingezogen zu werden. Dies kann dir helfen, deine Akzeptanzfähigkeit zu verbessern und deine Resilienz zu stärken.



Lebe im Moment

Die Vergangenheit können wir nicht ändern und die Zukunft ist noch nicht da. Wenn wir uns zu sehr auf die Zukunft konzentrieren, verpassen wir die Gegenwart. Oft erlebe ich, dass Menschen während eines Treffens schon traurig sind, weil du weißt, dass sie bald gehen müssen. Es ist okay, darüber zu sprechen, aber es sollte nicht die Stimmung für die gemeinsame Zeit dominieren. Sei achtsam, was nimmst du innerlich wahr und wie willst du die Zeit mit dem Menschen verbringen?

Ein Perspektivenwechsel kann helfen: Was würde der verstorbene oder weggegangene Mensch von dir erwarten? Dass du traurig bist und leidest? Ich bin überzeugt davon, dass wir für unsere Lieben nur das Beste wollen: dass sie ein glückliches Leben führen und neue Beziehungen und Freundschaften ohne Schuldgefühle eingehen können. Doch die Erlaubnis dazu darf und sollte sich jeder selbst geben.


Hierzu passt ein schönes Zitat aus dem Lied "Haut mir kein Stein" von Versengold:


"Haut mir kein' Stein, schlagt mir kein' Kreuz und macht mir keine Kerzen an

Brennt mich lichterloh zu Asche, trinkt ein Bier auf mich und dann

Lest mir bitte keine Messe, legt kein' Kranz wohin ich starb

Sondern baut mir dort ein Schankhaus und tanzt auf meinem Grab"


Deshalb ist der nächste große Schritt, wieder Freude am Leben zu finden.


Lerne Freude im Leben zuzulassen

Um wieder Freude im Leben zu spüren, helfen zwei kleine "Hacks" dir wieder auf die Beine zu kommen. Die Basis hierfür ist wieder die Achtsamkeit, d.h. aktiv wieder die Gefühle und die Momente am Tag wahrzunehmen und zu reflektieren.


1. Hack: Dankbarkeit


Klingt einfach, ist aber unheimlich effektiv. Mit einem kleinen Tagebuch am Bett wird der Tag oder die Vergangenheit noch einmal reflektiert. Welche Erfolge hast du erlebt? Wofür bist du dankbar? Was waren die schönsten Momente? Dabei müssen die Antworten nicht weltbewegend sein. Zum Beispiel könntest du heute dankbar sein, dass das Frühstücksei dir so gut gelungen ist oder dass du Zeit mit guten Freunden verbringen konntest. Auch hier spielt die Wahrnehmung der Unsterblichkeit eine wichtige Rolle. Wir nehmen vieles als gegeben hin: das Dach über dem Kopf, Freunde, mit denen wir uns treffen, oder eben das perfekte Frühstücksei :). Wir haben uns einfach daran gewöhnt und sollten wieder den Fokus darauf lenken, um wertschätzender mit uns und unserer Umwelt umzugehen.


2. Hack: Sinn


Anstatt sich im Gedankenkarussell des Schmerzes zu drehen, frage dich, welchen Sinn dieses negative Ereignis haben könnte. Welche Chancen ergeben sich daraus? Wo Schatten ist, ist auch Licht. Hier ist eine konkrete Übung, die du ausprobieren kannst: Nimm ein Blatt Papier und schreibe deine aktuellen Sorgen und Ängste auf. Betrachte nun jedes Thema und frage dich, was für einen Sinn oder welche Chancen sich aus dieser Situation ergeben könnten. Du wirst überrascht sein, wie viel Positives du entdecken kannst, wenn du deine Perspektive änderst.


Umgang mit Trauernden

Der Umgang mit Trauernden erfordert Einfühlungsvermögen und Verständnis. Menschen, die einen Verlust erleben, fühlen sich oft allein und isoliert. Aus Angst, die Wunden wieder aufzureißen, sprechen viele Menschen nicht über den Verlust. Doch diese Haltung führt dazu, dass Trauernde sich noch einsamer und nicht verstanden fühlen. Stattdessen sollten wir sie ansprechen und uns aufrichtig für ihre Situation interessieren. Frage sie: Wie geht es dir heute? Lass sie schöne Geschichten von der Vergangenheit erzählen, um die Trauer zu verarbeiten und das Gedankenkarussell zu stoppen.


Um Trauernde besser zu unterstützen, ist es wichtig, ihnen zuzuhören und ihnen Raum zu geben, um ihre Gefühle und Erinnerungen auszudrücken. Empathie spielt dabei eine wichtige Rolle. Versetze dich in die Lage des Trauernden und versuche, seine Gefühle nachzuvollziehen.


Panic Button - Verlust der Kontrolle

Lass die Person wissen, dass du da bist, um zu helfen. Das ist gewissermaßen so, als würdest du jemandem einen Panic-Button anbieten, was sich als wirksames Mittel gegen Angst und Stress erwiesen hat.


In einem Experiment zum Thema Stress aus dem Jahr 1971 ließen die Sozialpsychologen David C. Glass und Jerome Singer Probanden Aufgaben mit hohem Konzentrationsaufwand (wie das Legen von Puzzles) unter Beschallung mit unmenschlich lauten Geräuschen in Zufallsintervallen durchführen. Der Lärm führte schnell zu Stressreaktionen wie einem Anstieg der Herzfrequenz und des Pulsschlags, einer Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und einer höheren Fehleranfälligkeit. Manche gaben aus Frustration sogar auf.


Um den Stress zu verringern, boten die Psychologen manchen Teilnehmern des Experiments an, einen Knopf zu drücken, der die lauten Töne stoppen würde. Erstaunlicherweise benutzte zwar niemand von ihnen diesen Knopf, doch allein die Option ließ diese Probanden ruhiger und wieder fokussierter werden.


Wenn du wirklich helfen willst, ist es besser, dass du Hilfe auf einem speziellen Gebiet anbietest, anstatt zu sagen: „Lass mich wissen, wenn du irgendetwas brauchst…“. Es ist eine übliche Floskel, macht es aber nicht einfacher für die Person, um Hilfe zu bitten. Die meisten Menschen möchten anderen nicht zur Last fallen und werden vermutlich um gar nichts bitten, wenn wir einfach bei „irgendetwas“ helfen wollen.


Fazit

Verlust und Leid gehören zum Wandel des Lebens dazu und können eine große Herausforderung darstellen. Dennoch ist es wichtig, sie anzunehmen und sich selbst die Erlaubnis zu geben, wieder Freude im Leben zu finden. Durch Reflektionsübungen wie Dankbarkeit und Sinnfindung kann Resilienz aufgebaut werden, um zukünftige Herausforderungen besser bewältigen zu können und wieder glücklicher zu werden. Ich hoffe, dass ich dir mit diesen Tipps helfen konnte und ermutige dich, deine eigene Resilienz aufzubauen, denn du hast es selbst in der Hand.


Wenn du das Gefühl hast, dass du in einer schwierigen Lebensphase steckst und professionelle Unterstützung benötigst, stehe ich als Psychologischer Berater und Coach zur Verfügung. Zusammen können wir Strategien entwickeln, um dich dabei zu unterstützen, die Kontrolle zurückzugewinnen und wieder Freude im Leben zu finden.



 
 
 

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