Schritt 3 gegen Stress - Deine Werte
- Raik Schmidtchen

- 12. Jan. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Der erste Schritt ist also, dass du zwischen Dingen, die du akzeptieren musst, und solchen, die du verändern kannst, unterscheidest. So weit, so gut. Darüber hinaus solltest du aber auch dafür sorgen, dass du entsprechend deiner moralischen Überzeugungen handelst.
Der dritte Schritt steht daher für deine persönlichen Werte. Immer wenn du deinen inneren Überzeugungen zuwider handelst – oder handeln musst –, entsteht Stress. Schließlich ist es anstrengend gegen innere Widerstände ankämpfen zu müssen. Wer sich hingegen im Einklang mit seinen Moralvorstellungen befindet, ist nicht nur produktiver, sondern auch entspannter.

Was sind deine Werte?
Werte können wir als die Leitplanken in unserem Leben verstehen. Sie geben uns die Richtung und einen Weg vor. Durchbrechen wir die Leitplanken, dann kommt es zu Stress. In meinen Coachings stelle ich oft die Frage: "Was sind deine 5 stärksten und wichtigsten Werte woran du dein Leben ausrichtest?" Für mich ist es: Wirksamkeit, Freiheit, Spaß, Selbstbestimmung und Abwechslung. Ein Job, der mir keinen Spaß macht oder monoton ist, führt bei mir zu innerlichen Stress.
Wenn du deine Werte kennst, dann kannst du bessere Entscheidungen treffen. Schreibe sie dir daher auf. Rufe diese immer wieder aktiv in dein Bewusstsein und gleiche es mit deiner Lebenssituation ab. Im Schritt zwei hast du bereits einige Stressauslöser aufgeschrieben. Gehe noch einmal in dich und überprüfe, was du siehst, spürst und welche Erkenntnisse du daraus ziehst. Frage dich, ob die Dinge, die du dort festgehalten hast, dich möglicherweise stressen, weil sie nicht im Einklang mit deinen Werten stehen.
Was du konkret umsetzen kannst?
Mach dir klar, was deine Werte sind. Gehe dein Leben durch. Was sind markante Punkte in deinem Leben, wo du für dich gute Entscheidungen getroffen hast. Hinterfrage die zugrundeliegenden Werte. Halte sie z.B. auf Post-its fest und klebe sie an den Bildschirm oder auf einer Karte im Sichtfenster deines Portemonnaies. Überprüfe Entscheidungen bevor du vielleicht zu schnell wieder ja sagst. Überlege, was in deinem Leben gegen deine Werte spricht und überprüfe, wie gut dein Einflussbereich ist. Beginne mit der Veränderung! Du hast es in der Hand!
Ein Beispiel aus dem täglichen Leben.
Der Krieg ist ein alltägliches Thema. Für viele bedeutet das Stress. Hilfsbedürftige Menschen, die gestiegenen Kosten oder allgemein der Konflikt um Putin. Die Liste kann ohne Probleme weitergeführt werden. Entscheidend ist jedoch, wie du damit umgehst. Darum gehen wir die einzelnen Schritte durch:
Einflussbereich: Hast du eine Chance auf Veränderung bei Putin, Atomdrohungen und den Krieg? Eher nicht. Hier ist jede Energie verschwendet. Interessanter wird es beim Umgang mit den unmittelbaren Folgen, z.B. Menschen in Not in deiner Umgebung. Kannst du hier etwas tun? Ja. Hier befindest du dich in deinem Einflussbereich. Akzeptiere, dass Putin nicht dein Leben bestimmen sollte. Vertraue auf die Menschen, die diesbezüglich einen Einfluss haben und Veränderungen hervorrufen können. Lass dich nicht stressen! Wisse um deine Möglichkeiten, wo du wirklich was verändern kannst und verwende dort deine Energie.
Positive Veränderung: Der Krieg und Putin ist wie es ist, da kannst du nichts dran ändern. Aber du kannst in deinem unmittelbaren Umfeld etwas positives bewirken. Vielleicht machst du das bereits, ob mit bürokratischen Wissen, sprachlicher Vermittlung oder der Spende einer kleinen Lampe. Das ist für dich ein gutes Gefühl, weil es deinen Werten entspricht und du handlungsfähig bleibst.
Deine Werte: Sollte dies auf auf dich zutreffen, dann sind deine Werte bestimmt: Zusammengehörigkeit, Miteinander, Wertschätzung, Respekt und Harmonie. Alles Werte, die im Kontrast zu dem Krieg stehen. Die fehlende Handlungsfähigkeit wirkt lähmend und beeinflusst dein persönliches Leben. Vorsätze nach mehr Ruhe und Gelassenheit für das Jahr fallen dann Aussagen wie, "Der Krieg und Putin haben mir es nicht ermöglicht, Ruhe und Gelassenheit in mein Leben zu bringen!" zum Opfer. Schau lieber in deinem Einflussbereich und nutze für Veränderung die dir zur Verfügung stehenden Mittel. Energie, die du reinsteckst, bekommst du durch Dankbarkeit, Wertschätzung und Respekt passend zu deinen Werten zurück. Es fühlt sich gut an und das darf es auch.
Denke immer daran, alles was sich gut anfühlt nicht zu übertreiben. Opfer dich nicht für andere auf. Denke auch an deine eigene Energie. Wenn du ausbrennst, ist keinem geholfen. Nach jedem Stress, ob positiv oder negativ, braucht der Körper Zeit zum Entspannen. Es ist deine Entscheidung, du hast es in der Hand!
Ausblick auf Schritt 4
Im nächsten Punkt schauen wir tief in dein Gehirn. Was passiert, wenn wir positiven bzw. negativen Stress haben und was ist dieser "Flow", von dem alle reden?





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